1. Schulprofil
Die Schule Niederbüssau besteht seit 1888. Die umfangreichste Nutzung ihrer Geschichte
erfuhr sie im Jahre 1948: 322 Schüler(innen) wurden von 4 Lehrkräften in 4 Klassenräumen
unterrichtet und 10 Familien (36 Personen) wohnten im Schulgebäude (siehe auch in der Chronik).
Die Schule Niederbüssau ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine
Grundschule mit ca. 60 Kindern, die einzügig gegliedert ist und in der 6 Lehrkräfte (hauptsächlich
Teilzeitbeschäftigte) tätig sind. Das Schulgebäude liegt am Krummesser Baum und gehört zur kreisfreien Stadt Lübeck;
Einzugsgebiet sind die Ortsteile mit dörflichem Charakter Kronsforde, Niemark, Niederbüssau
und Oberbüssau, aber auch Kinder aus dem größeren Nachbardorf Krummesse und aus dem
weiteren Lübecker Stadtgebiet besuchen die Schule. Nachbarschulen sind die kleinen
Grundschulen Wulfsdorf und Niendorf und die größeren Grund- und Hauptschulen Krummesse
und die Lübecker Kahlhorst-Schule.
Die Schüler(innen) der Schule Niederbüssau werden in
kleinen Klassen unterrichtet; durch die überschaubare Größe kennen sich alle. Auf Grund der
dörflichen Lage und der Nahverkehrsanbindung an die Stadt Lübeck ist die gezielte Nutzung
der unterschiedlichsten außerschulischen Lernorte im ländlichen sowie im städtischen Bereich
möglich. Markante Anlaufpunkte in unmittelbarer Nähe sind der Elbe-Lübeck-Kanal mit der
Büssauer Schleuse und die Mülldeponie Niemark, an die weitere Entsorgungs- und
Recyclingbetriebe angegliedert sind.
Der Unterricht ist gekennzeichnet durch kontinuierliches Lernen mit verbindlichen
Leistungsanreizen; es werden verschiedene Sozialformen praktiziert. Die Zeitstruktur wird durch
die klassische 45-Minuten-Stunde geprägt, der Schulbetrieb funktioniert aber auch ohne
Klingelsignale. Für die Pausen können zwei Schulhöfe und ein angrenzender Sportplatz genutzt
werden. Für eine aktive Pause stehen den Kindern Spiel - und Sportgeräte zur Verfügung.
Schulische Traditionen wie Schulfest, Laternenumzug und Schulausflugsfahrt werden gepflegt.
Es besteht ein guter Kontakt zum Kronsforder Sportverein, in dem ein Teil der Kinder und Eltern
auch Mitglied sind. Das nahe gelegene Heim des Kronsforder SV wird gern für
Schulveranstaltungen genutzt. Auch mit der örtlichen Kirchengemeinde findet eine regelmäßige
Zusammenarbeit statt, z.B. Gottesdienste zur Einschulung und zum Martinstag.
Die Elternschaft unterstützt die Schule und schulische Projekte sehr engagiert. Auf ihre Initiative wurden die meisten Räume der Schule in Eigenarbeit renoviert. Seit dem Schuljahr 1999/2000
ist die Schule Niederbüssau eine betreute Grundschule — auch das ist die Folge einer
erfolgreichen Initiative der Elternschaft.
Es existiert ein aktiver Schulverein; dieser unterstützt die Schule, indem er Veranstaltungen bezuschusst und besondere Anschaffungen zur Verfügung stellt, z. B. die auf dem hinteren
Schulhof installierten Spielgeräte.
Außer den vier Klassenräumen stehen der Schule ein ehemaliger Gymnastikraum, der vielfältig
genutzt werden kann und ein ehemaliger Werkraum, der überwiegend von der betreuten
Grundschule genutzt wird, zur Verfügung.
Im Schuljahr 2000/2001 wurde eine neue Schulordnung eingeführt, die zuvor mit den Kindern im Unterricht erarbeitet worden war.
2. Chronologie der Schulprogramm-Entwicklung
Zunächst informierte der Schulleiter die Schulkonferenz am 29.9.1998 die Schulkonferenz über
Sinn und Zweck des Schulprogramms sowie über die Terminvorgaben. Alle Beteiligten wurden
aufgefordert über Inhalte nachzudenken und Vorschläge einzubringen.
Die Schulkonferenz am
10.6.1999 gab den ersten Planungsschritt vor: An einer Pinnwand sollte ein Schaubild zum
Schulprofil erstellt werden, das schließlich auf der Schulkonferenz am 19.6.2001 vervollständigt
wurde. Hier wurden auch erste Vorstellungen zu möglichen Entwicklungszielen
vorgestellt. Am 9.11.2000 setzte die Schulkonferenz eine Schulprogramm-Gruppe ein und
beauftragte diese mit der Skizzierung von Entwicklungszielen. Auf der Schulkonferenz vom
9.11.2001 wurden die von der Schulprogramm-Gruppe skizzierten Entwicklungsziele diskutiert und beschlossen. Die Schulprogramm-Gruppe wurde beauftragt,
eine Textfassung des Schulprogramms zu erstellen und dieses der Schulkonferenz zur
Verabschiedung im kommenden Schuljahr erneut vorzulegen.
Schulkonferenz am 12.5.2002:
abschließende Beratung und Beschlussfassung des von der Schulprogramm-Gruppe
ausformulierten Textes und weiterer Planungsschritte.
3. Darstellung der Entwicklungs-Ziele
Das Motto des Schulprogramms ist „Meine Schule — unsere Schule — unsere Umwelt“. Die
einzelnen Begriffe des Mottos stehen für unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte, die
insbesondere durch die Schlüsselqualifikation Verantwortungsfähigkeit miteinander im
Zusammenhang stehen.
3.1 Meine Schule
Dieser Begriff betitelt das Grundanliegen, die Identifikation der Schüler(innen) — und auch die
der Lehrkräfte und Eltern — mit unserer Schule zu fördern. Ähnlich dem in
Wirtschaftsunternehmen benutzten Begriff der Corporate Identity geht es um die Identität der
Schule.
Mehr als nur um das Erscheinungsbild der Schule nach außen geht es vor allem um die
Sicht nach innen: Die einzelne Person ist aktiver Bestandteil der Schule, versteht sich auch als
solche und erbringt gezielt Leistungen im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Ein
Zugehörigkeitsgefühl kann auch durch Äußerlichkeiten wie Kleidung (z.B. Schals bei Fußball-Fans) transportiert und gefördert werden. Eine ähnliche Funktion hat eine Schuluniform, die
darüber hinaus auch ausgrenzende Effekte sozialer und modebezogener Unterschiede
einschränkt.
Die folgenden pädagogischen Intentionen sollen umgesetzt werden.
Die Schüler(innen) werden dazu angeregt und ermutigt
- Schule und Unterricht selbst mit zu gestalten
- Bereitschaft zu entwickeln, im Bereich der Schule mit verantwortlich zu sein
- Verantwortung für das eigene Lernen zu erkennen und zu übernehmen.
Diese Maßnahmen sollen in Angriff genommen werden:
- Jede Klasse behält ihren Klassenraum für die gesamte Grundschulzeit
- Ein Schul-Logo wird erarbeitet
- T-Shirts (mit dem Logo) werden hergestellt
3.2 Unsere Schule
Grundanliegen ist die Förderung des Miteinander innerhalb der Schule und in der näheren
Umgebung der Schule. Der innere Aspekt zielt auf die Erweiterung der gemeinsamen
Erlebnisbasis über den alltäglichen Unterricht hinaus. Die Perspektive nach außen sieht eine
vermehrte Nutzung der Schule als Treffpunkt kultureller Art vor.
Die folgenden pädagogischen Intentionen sollen umgesetzt werden.
Die Schüler(innen) werden dazu angeregt und ermutigt
- in Schule und Unterricht mit anderen zusammen zu wirken
(lernen, gestalten, arbeiten, spielen ...)
- gemeinsam in der Schule Verantwortung zu tragen
- sich auch für das Lernen anderer mit verantwortlich zu fühlen
Diese Maßnahmen sollen in Angriff genommen werden:
- Die regelmäßigen innerschulischen Veranstaltungen und Angebote werden erweitert
(z. B. Projektwochen, Projekttage, Defending-Kurse ...)
- Die Schule öffnet sich weiter als kultureller Treffpunkt für Veranstaltungen
(z. B. Unterricht der Musikschule, Skatabend, Kinderdisco, Spiele-Nachmittag,
Autorenlesung, Vortrag/Ausstellung zur regionalen Geschichte und örtlichen Chronik ...)
3.3 Unsere Umwelt
Hier ist es das Grundanliegen, Umweltbewusstsein aus dem Blickwinkel unserer Schule zu
entwickeln. Dabei sollen das umweltbewusste Handeln im Schulbereich und im Schulgebäude
sowie umweltorientiertes Lernen in der Umgebung der Schule im Mittelpunkt stehen. Die technologische Umwelt wird dabei bewusst eingeschlossen.
Die folgenden pädagogischen Intentionen sollen umgesetzt werden.
Die Schüler(innen) werden dazu angeregt und ermutigt
- die Umgebung der Schule zu erkunden
- Umweltbewusstsein zu entwickeln und entsprechend zu handeln
- Verantwortung für Natur und Umwelt zu erkennen und zu übernehmen
- Computer und Internet als Informations-Umwelt wahrzunehmen und gezielt zu
nutzen
Diese Maßnahmen sollen in Angriff genommen werden:
4. Zeitplan, Vorgehensweise und Vorschläge zur Evaluation
Die dargestellten Ziele sollen in einem Zeitraum von zwei Jahren umgesetzt werden. Die Schulkonferenz sorgt für das planmäßige Vorgehen und die damit verbundene
Aufgabenverteilung. Auf der ersten Sitzung der Schulkonferenz im Schuljahr
2004/2005 soll die bis dahin geleistete Schulprogramm-Arbeit evaluiert werden. Die Evaluation
wird von Vertreter(innen) einer Nachbarschule anhand eines gezielten Fragen- und Methodenkataloges durchgeführt.
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